Ohrringe/Ohrlöcher bei Kindern...

 Achtung: Ohrringe/Ohrlöcher bei FarbMagnet.Ink erst ab 6 Jahren!

Ab wann kann man bei Kindern Ohrlöcher stechen lassen?

Es gibt in Deutschland kein vorgegebenes gesetzliches Alter nach dem BKiSchG, ab dem Kindern Ohrlöcher gestochen werden dürfen. Theoretisch dürfen also schon Kleinkinder und sogar ganz kleine Babys Ohrstecker tragen, das ist nicht Ratsam aber erlaubt. Aber: Die Minis können natürlich noch nicht selber sagen, ob sie Ohrringe haben möchten oder nicht. Deswegen empfehle ich, gut abzuwägen, ob ihr den Kleinen wirklich schon Ohrlöcher stechen lassen möchtet oder doch lieber wartet, bis sie ihr Einverständnis geben können ab 5-6 Jahren. Außerdem ist das Risiko, eine Kontaktallergie zu entwickeln umso höher je jünger die Kids beim Stechen sind.

Achtung: Bei mir gibt es Ohrringe/Ohrlöcher erst ab 6 Jahren !


 

Tut Ohrlöcher stechen bei Kindern weh?

Ohrlöcher stechen kann sich schon etwas unangenehm anfühlen. Es kann zwicken und danach ist das Ohr meist eine Weile heiß, gerötet und empfindlich. Tipp: Verschweigt euren Kindern nicht, dass das Ohrlöcher stechen weh tun kann. Und: Seid da, um das Händchen zu halten, wenn euer Kind das möchte.


Ideal ist es, wenn die Ohrlöcher an beiden Ohren gleichzeitig gestochen werden – also von zwei Fachkräften. Sonst kann es sein, dass das Kind nach dem ersten Ohr nicht mehr mag. Sprecht also mit mir, ob das möglich ist. 

 

Ohrloch stechen: Gesundheitlich unbedenklich?

Ohrlochstechen ist ein Eingriff in die Haut. Das bedeutet: Es gibt immer ein Risiko für Infektionen, Blutungen, allergische Reaktionen oder Narbenbildung. Genau deshalb raten Fachpersonen in der Pädiatrie bei sehr jungen Kindern häufig zur Zurückhaltung und betonen, dass es kein notwendiger Eingriff ist.


Wichtig für dich als Elternteil: Die meisten Komplikationen lassen sich nicht durch «Mut» oder «Zähne zusammenbeissen» verhindern, sondern durch gute Voraussetzungen (gesunde Haut, guter Impfschutz), eine sichere Durchführung (Hygiene, sterile Materialien) und eine konsequente Nachsorge.


Risiken und mögliche Komplikationen

Folgende Probleme können auftreten – manches ist häufig und gut behandelbar, anderes selten, aber unangenehm:

  • Lokale Entzündung (Rötung, Wärme, Schmerzen, Schwellung): oft durch Keime, Reibung, unsaubere Hände oder frühe Belastung.
  • Eiter, Abszess oder eingewachsener Ohrstecker: kann eine ärztliche Behandlung nötig machen, manchmal muss der Schmuck professionell entfernt werden.
  • Kontaktallergie (häufig Nickel): Juckreiz, nässende Haut, Ekzem – oft nicht sofort, sondern verzögert. Dann sind Materialwechsel und ärztliche Abklärung wichtig.
  • Narben und Keloide (wulstige Narbenwucherungen): das Risiko ist individuell verschieden; wenn es in der Familie Keloide gibt oder dein Kind bereits auffällige Narben bildet, ist eine ärztliche Beratung vor dem Stechen sinnvoll.
  • Verletzungen durch Hängenbleiben (z.B. beim Anziehen, Sport, Helm, Raufen) kann das Ohrläppchen einreissen.

Warnzeichen: Wann solltest du es mit mir oder ärztlich abklären lassen?

Du solltest dein Kind zeitnah von mir oder einer Ärzt:in (am besten Kinderärzt:in) untersuchen lassen, wenn eines dieser Zeichen dazukommt:

  • zunehmende Rötung, Überwärmung und Schwellung über 24–48 Stunden
  • starke oder zunehmende Schmerzen
  • Eiter, übler Geruch, nässende Wunde
  • der Ohrstecker sitzt sehr fest, drückt ein oder «verschwindet» teilweise im Gewebe
  • Fieber, Krankheitsgefühl oder deutlich reduzierter Allgemeinzustand
  • rote Streifen auf der Haut (Hinweis auf Ausbreitung der Entzündung)
  • Verdacht auf Allergie (starker Juckreiz, Ekzem, nässende Haut rund ums Ohrloch, Probleme auch am anderen Ohr)

Notfall: Bei rasch zunehmender Schwellung, starken Schmerzen, Fieber oder wenn dein Kind sichtbar krank wirkt, ist eine sofortige medizinische Abklärung wichtig.

Im Notfall: 112.


Ohrloch stechen bei Babys: warum ich davon abrate

Viele Eltern denken, ein Baby «merkt es später nicht» oder hätte weniger Angst. Medizinisch und praktisch überwiegen aber oft die Nachteile: Babys und Kleinkinder können nicht mithelfen, sie berühren das Ohr häufig, und die Haut kann leichter gereizt werden. Zusätzlich ist die Verletzungsgefahr im Alltag höher (Hängenbleiben, Reiben am Kissen, Ziehen).


Wenn dein Kind Ohrringe will, kann manchmal eine Zwischenlösung helfen: Ohrclips (bei guter Passform ohne Druckstellen), eine besondere Kette oder ein anderes Accessoire. Das gibt Zeit, bis dein Kind selbst stabil hinter dem Wunsch steht – und die Pflege zuverlässig schafft.


Vorbereitung: Gesundheit, Allergien, Impfstatus

Bevor du einen Termin vereinbarst, lohnt sich ein kurzer Gesundheits-Check:

  • Ist die Haut am Ohr gesund? Bei Ekzemen, Entzündungen, Kratzstellen oder frischen Verletzungen besser warten.
  • Gibt es Hinweise auf starke Narbenbildung? Bei bekannter Keloid-Neigung in der Familie oder auffälligen Narben: vorab ärztlich beraten lassen.
  • Gibt es Erkrankungen oder Medikamente, die Infektionen begünstigen? Bei Immunsuppression oder chronischen Erkrankungen solltest du das Vorgehen ärztlich absprechen.
  • Impfschutz prüfen: Ein Ohrloch ist eine Hautverletzung. In Deutschland empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen aktuellen Impfschutz gemäss Impfplan – dazu gehört auch der Schutz gegen Tetanus. Wenn du unsicher bist, klärst du das am besten vorab in der Kinderarztpraxis.